Taschengeld für Kinder: Tabelle nach Alter und Tipps, die funktionieren

Ab wann Taschengeld und wie viel? Richtwerte nach Alter, wöchentlich oder monatlich, warum Taschengeld keine Strafe sein sollte und wie getrennte Eltern sich abstimmen.

An der Supermarktkasse sieht dein Kind ein Überraschungsei. Es fragt, ob es das „von seinem Geld“ kaufen darf. Spätestens jetzt geht es ums Taschengeld. Wie viel ist angemessen? Wöchentlich oder monatlich? Und was ist, wenn das Geld nach zwei Tagen weg ist? Hier findest du Richtwerte und einfache Regeln. Damit lernt dein Kind, mit Geld umzugehen.

Ab wann Taschengeld?

Viele Familien starten mit etwa vier oder fünf Jahren, spätestens zum Schulbeginn. Ein guter Zeitpunkt ist, wenn dein Kind Zahlen kennt. Es sollte auch verstehen, dass ausgegebenes Geld weg ist. Das muss noch nicht sicher sitzen. Das Kind lernt es ja mit dem Taschengeld.

Taschengeldtabelle nach Alter

Die Beträge richten sich nach der Taschengeldtabelle, die viele Jugendämter herausgeben. Es sind Richtwerte und keine Pflicht. Was passt, hängt vom Geld der Familie ab. Und davon, was das Kind selbst davon bezahlen soll.

Wöchentlich (bis 9 Jahre):

  • 4 bis 5 Jahre: 0,50 bis 1 €
  • 6 Jahre: 1 bis 1,50 €
  • 7 Jahre: 1,50 bis 2 €
  • 8 Jahre: 2 bis 2,50 €
  • 9 Jahre: 2,50 bis 3 €

Monatlich (ab 10 Jahren):

  • 10 Jahre: 18 bis 20 €
  • 11 Jahre: 20 bis 23 €
  • 12 Jahre: 23 bis 26 €
  • 13 Jahre: 26 bis 30 €
  • 14 Jahre: 30 bis 35 €
  • 15 Jahre: 35 bis 40 €

Schulmaterial, Kleidung oder Vereinsbeiträge sind in diesen Beträgen nicht enthalten. Soll dein Kind mehr selbst zahlen, zum Beispiel das Busticket oder das Handyguthaben, braucht es entsprechend mehr Geld.

Wöchentlich oder monatlich?

Jüngere Kinder können einen Monat noch nicht überblicken. Eine Woche verstehen sie gut. Am Samstag gibt es Geld und es muss bis zum nächsten Samstag reichen.

  • Bis etwa 9 Jahre: wöchentlich. Kleine Beträge, kurze Zeit. Ist das Geld am Montag weg, dauert es nur ein paar Tage bis zum nächsten.
  • Ab etwa 10 Jahren: monatlich. Jetzt lernt das Kind, Geld über längere Zeit einzuteilen. Manche Familien nehmen als Zwischenschritt zwei Wochen.
  • Fester Tag, fester Betrag. Zahl immer am gleichen Tag, ohne dass das Kind dich erinnern muss. Verlässlichkeit ist wichtiger als die Höhe.

Die wichtigsten Regeln

  1. Das Geld gehört dem Kind. Es entscheidet selbst, wofür es das Geld ausgibt. Das gilt auch, wenn du die Süßigkeiten oder das fünfte Päckchen Sammelkarten unnötig findest. Grenzen setzt du über Familienregeln (z. B. keine Spiele ohne passende Altersfreigabe) und nicht über das Taschengeld.
  2. Kein Vorschuss, kein Nachschlag. Wenn das Geld weg ist, ist es weg. Daraus lernt das Kind am meisten. Für größere Wünsche spart es lieber, statt einen Vorschuss zu bekommen.
  3. Taschengeld nicht als Strafe streichen. Sonst wird Geld zum Druckmittel. Das Kind lernt dann nur, wie man Geld bekommt oder verliert. Die Folge sollte zum Anlass passen. Wer das Zimmer nicht aufräumt, muss es aufräumen und bekommt nicht weniger Geld.
  4. Nicht für normale Mithilfe bezahlen. Tisch decken und Zimmer aufräumen gehören zum Familienleben. Wer dafür Geld bekommt, fragt irgendwann bei jeder Aufgabe nach dem Preis.
  5. Gemeinsam sparen üben. Nimm eine Spardose oder ein durchsichtiges Glas und kleb ein Ziel darauf („Lego-Set: 25 €“). So sieht das Kind, wie das Geld wächst.

Taschengeld und Belohnungspunkte

Viele Familien vergeben Punkte für Routinen oder besondere Aufgaben. Das passt gut zum Taschengeld, wenn du beides getrennt hältst:

  • Taschengeld gibt es ohne Bedingung. Es kommt jede Woche, egal wie die Woche lief.
  • Punkte sind für Extras. Wer zum Beispiel eine Woche lang die Morgenroutine allein schafft, sammelt Punkte für ein Erlebnis. Das kann ein Kinoabend sein, ein Ausflug oder am Wochenende länger aufbleiben.
  • Punkte nicht in Geld umrechnen. Sonst wird das Taschengeld wieder zum Lohn. Dann verlieren beide Systeme ihren Nutzen.

Absprache bei getrennten Eltern

Lebt dein Kind in zwei Haushalten, sollte das Taschengeld weder doppelt noch gar nicht kommen. Klärt das einmal gemeinsam als Eltern:

TASCHENGELD · [Kind] · gültig ab [Datum]
Betrag: ____ € pro [Woche/Monat]
Wer zahlt: [Mama / Papa / abwechselnd / jeweils die Hälfte]
Zahltag: ____________
Davon bezahlt das Kind selbst: ____________________
Erhöhung: jährlich zum Geburtstag um ca. ____ €
Extras (Geburtstag, Zeugnis, Ferien): nur nach Absprache

Werdet ihr euch als Eltern über die Höhe oder darüber, wer zahlt, nicht einig, kann eine Familienberatungsstelle helfen.

Wie Niki dabei hilft

In Niki sammeln Kinder Punkte für Routinen und Aufgaben, die sie im Kindermodus selbst abhaken. Die Punkte tauschen sie gegen Belohnungen, die ihr als Eltern festlegt. So bleiben Punkte und Taschengeld getrennt. Den Zahltag trägst du als wiederkehrenden Termin in den gemeinsamen Familienkalender ein. Beide Haushalte sehen ihn. Die Absprache zum Taschengeld speicherst du als Liste, die beide Eltern öffnen können.

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